Stand: September 2026
Pepparkakor sind dünne, knusprige Gewürzkekse mit Zimt, Ingwer und Nelken. In Schweden gehören sie zur Adventszeit: zum Glögg an den Adventssonntagen, zu Lucia und zum Kaffee. Mit deutschen Lebkuchen haben sie weniger gemeinsam, als der Name „Pfefferkuchen“ vermuten lässt. Sie sind knusprig, hauchdünn und mit viel Butter gebacken.
Glögg und Pepparkakor kenne ich aus der Adventszeit in Schweden. Die Kekse selbst kaufe ich fertig. Das Rezept unten stammt deshalb nicht aus meiner Küche, sondern von der schwedischen Molkerei Arla. Es liegt fast genau in der Mitte von 20 schwedischen Rezepten, die für diesen Artikel verglichen wurden.
Das Wichtigste in Kürze
- Pepparkakor sind dünne, knusprige Gewürzkekse mit Zimt, Ingwer und Nelken und gehören in Schweden zur Adventszeit.
- Das Rezept von Arla: 600 g Mehl, 200 g Butter, 255 g Zucker, 210 g Sirup, 150 ml Sahne und 2 TL Natron, das ergibt etwa 150 Kekse.
- Der Teig ruht einen Tag im Kühlschrank, dann wird er etwa 2 Millimeter dünn ausgerollt und bei 200 Grad rund 5 Minuten gebacken.
- Statt schwedischem Sirup passt in Deutschland am ehesten Golden Syrup.
- Mit Lebkuchen haben sie wenig gemeinsam: Pepparkakor enthalten viel Butter und keinen Honig, nach den deutschen Leitsätzen stehen sie den Keksen näher.
Inhalt: 9 Abschnitte
- Pepparkakor Rezept: Zutaten für etwa 150 Kekse
- So backst du Pepparkakor Schritt für Schritt
- Was 20 schwedische Pepparkakor-Rezepte gemeinsam haben
- Sirup, Natron und Gewürze: was du in Deutschland kaufst
- Pepparkakor oder Lebkuchen: der Unterschied
- Seit wann Schweden Pepparkakor backen
- Wozu man Pepparkakor in Schweden isst
- Aufbewahren: Teig und fertige Kekse
- Pepparkakor kaufen, in Schweden und in Deutschland
Pepparkakor Rezept: Zutaten für etwa 150 Kekse
Die Mengen stammen aus dem Grundrezept von Arla. Schwedische Rezepte messen in Deziliter, umgerechnet ist mit der Tabelle von ICA.
- 200 g Butter
- 255 g Zucker (3 dl)
- 210 g Sirup (1,5 dl), Arla nimmt dunklen Sirup
- 150 ml Schlagsahne (1,5 dl)
- 1 EL gemahlener Ingwer
- 1 EL Zimt
- ½ EL gemahlene Nelken
- ½ EL gemahlener Kardamom
- 2 TL Natron (etwa 10 g)
- 600 g Weizenmehl (10 dl)
Wie viele Kekse es werden, hängt von der Ausstechform ab. Arla rechnet mit etwa 150 Stück.
So backst du Pepparkakor Schritt für Schritt
- Butter, Zucker und Sirup schmelzen. Alles in einem Topf erwärmen, bis Butter und Zucker geschmolzen sind. So machen es ICA, Kungsörnen und Dansukker.
- Sahne und Gewürze einrühren. Topf vom Herd nehmen, Sahne, Ingwer, Zimt, Nelken und Kardamom einrühren und die Masse abkühlen lassen.
- Mehl einarbeiten. Mehl und Natron mischen und nach und nach unterarbeiten, bis ein glatter Teig entsteht.
- Einen Tag ruhen lassen. Den Teig in Folie wickeln und etwa 24 Stunden in den Kühlschrank legen.
- Dünn ausrollen. Den Teig auf einer bemehlten Fläche etwa 2 Millimeter dünn ausrollen, ausstechen und auf Backpapier legen.
- Kurz backen. Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze oder 180 Grad Umluft etwa 5 Minuten in der Mitte des Ofens backen und danach abkühlen lassen.
Die Backzeit ist so kurz, dass du am Ofen bleiben solltest. Arla schreibt bei seinem zweiten Pepparkakor-Rezept ausdrücklich dazu, man solle genau aufpassen, dass die Kekse nicht verbrennen. Zwei Kniffe aus Schweden helfen: ICA empfiehlt einen Probekeks. Läuft er breit, arbeitest du etwas mehr Mehl in den Teig. Und laut Köket.se werden die Kekse blasig, wenn die Bleche noch warm sind. Nimm also immer ein kaltes Blech.
Was 20 schwedische Pepparkakor-Rezepte gemeinsam haben
Ausgewertet sind 20 Rezepte von ICA, Arla, Köket.se, Coop, Dansukker, Kungsörnen, Tasteline und Mathem, alle umgerechnet auf 500 Gramm Mehl.
| Pro 500 g Mehl | Median | Spanne |
|---|---|---|
| Zucker | 215 g | 122 bis 386 g |
| Sirup | 155 g (gut 1 dl) | 30 bis 320 g |
| Butter | 165 g | 132 bis 303 g |
| Sahne oder Wasser | gut 1 dl | 1 bis 1,5 dl |
| Natron | 8 g | 3 bis 12,5 g |
| Ruhezeit | 24 Stunden | 2 Stunden bis 4 Tage |
| Ofen | 200 Grad | 175 bis 225 Grad |
Bei den Gewürzen gibt es einen festen Kern. Nelken stehen in allen 20 Rezepten, Zimt und Ingwer in 19. Kardamom nimmt jedes zweite Rezept, gemahlene Bitterorangenschale, die pomeransskal, jedes vierte. Pfeffer steht in keinem einzigen, Honig auch nicht. Sirup und Natron dagegen in allen 20.
Die Ruhezeit nehmen die Schweden ernst. 14 der 20 Rezepte verlangen mindestens einen Tag im Kühlschrank, einige empfehlen eine ganze Woche. Köket.se erklärt es so: Die Gewürze entfalten sich, und der Teig lässt sich danach leichter verarbeiten.
Zwei Methoden stehen nebeneinander. ICA, Kungsörnen und Dansukker schmelzen Butter, Zucker und Sirup im Topf, Köket.se und Coop rühren weiche Butter mit Zucker und Sirup. Laut Dansukker werden die Kekse mit der zweiten Methode mürber, mit der ersten knuspriger.
Sirup, Natron und Gewürze: was du in Deutschland kaufst
In Schweden steht im Rezept ljus sirap oder mörk sirap, heller oder dunkler Sirup, meist aus Zuckerrüben. Für die Funktion ist die Farbe laut ICA egal. Heller Sirup macht die Kekse laut Dansukker nur milder und heller.
Schwedischen Sirup gibt es in Deutschland selten. Am nächsten kommt Golden Syrup, den der Hersteller Lyle’s als karamellig schmeckenden Sirup aus der Zuckerraffination beschreibt, genau wie Dansukker seinen ljus sirap. Der „Helle Sirup“ von Grafschafter besteht laut Zutatenliste vor allem aus Glukose- und Invertzuckersirup und schmeckt neutraler. Zuckerrübensirup wie Goldsaft ist dagegen ein anderes Produkt, eingekocht aus der ganzen Rübe. In den schwedischen Rezepten kommt er nicht vor.
Natron findest du im Backregal. In Deutschland treiben Lebkuchen und Printen eher Hirschhornsalz und Pottasche, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung. In den schwedischen Rezepten kommt beides praktisch nicht vor.
Pepparkakor oder Lebkuchen: der Unterschied
„Pfefferkuchen“ ist laut Duden nur ein anderes Wort für Lebkuchen. Die Übersetzung hat sich für pepparkakor eingebürgert, passt aber nicht gut. Nach den Leitsätzen für Feine Backwaren im Deutschen Lebensmittelbuch enthalten Lebkuchen keinen Rübensirup und praktisch kein Fett, einfache Braune Lebkuchen höchstens 3 Kilo auf 100 Kilo Mehl. In schwedischen Pepparkakor stecken rund 33 Kilo Butter auf 100 Kilo Mehl. Nach dieser Einteilung stünden sie eher bei den Keksen, wie Spekulatius.
Auch der Pfeffer im Namen führt in die Irre. Das große historische Wörterbuch der Schwedischen Akademie, SAOB, nennt Pfeffer als Gewürz, das „besonders früher“ im Teig war. Das heutige Wörterbuch Svensk ordbok schreibt ausdrücklich: ohne Pfeffer. Im Deutschen ist es ähnlich. Bei Pfeffernüssen weist der Wortteil „Pfeffer“ laut Leitsätzen nur auf eine kräftige Würzung hin.
Seit wann Schweden Pepparkakor backen
Das Wort ist alt. Der früheste datierte Beleg im SAOB stammt aus dem Stockholmer Zollbuch von 1534 bis 1536, die altschwedische Form lautete „piparkaka“. Das Wörterbuch stellt es neben das mittelniederdeutsche „peperkoke“ und den deutschen Pfefferkuchen. Schon 1697 wünscht ein schwedisches Gedicht jemandem ein kleines Haus aus Gold mit einem Dach aus Pfefferkuchen.
Nach Köket.se und ICA gibt es Notizen aus dem 15. Jahrhundert, dass die Nonnen im Kloster Vadstena pepparkakor backten. In Rezeptbücher kamen sie laut Köket.se erst im 18. Jahrhundert, zum Weihnachtsgebäck wurden sie im 19.
Das pepparkakshus, das Pfefferkuchenhaus, ist jünger. Das Wort belegt das SAOB erst ab 1929. Wer im Advent in Stockholm ist, kann sich die Häuser anschauen: Das Architekturmuseum ArkDes auf Skeppsholmen stellt seit über 30 Jahren eingesandte Pfefferkuchenhäuser aus, 2026 vom 27. November bis zum 10. Januar 2027.
Pepparkakans dag und ein Spiel mit dem Keks
Am 9. Dezember feiert Schweden den Pepparkakans dag, den Tag des Pfefferkuchens. So steht es bei ICA und beim Mehlhersteller Kungsörnen. Wer ihn eingeführt hat, ist nicht belegt.
Zwei Geschichten erzählen vor allem die Hersteller. Der Spruch, dass man von Pepparkakor lieb wird, geht laut ICA bis ins 14. Jahrhundert zurück. König Hans soll um 1500 von seinem Arzt Pfefferkuchen gegen schlechte Laune verschrieben bekommen haben, erzählen ICA und die Bäckerei Annas. Annas beschreibt außerdem ein Spiel: Du legst einen Keks in die Handfläche und drückst in der Mitte. Bricht er in drei Teile, darfst du dir still etwas wünschen. Bei Isof, dem schwedischen Institut für Volksüberlieferung, und beim Nordiska museet findet sich zu beidem nichts.
Wozu man Pepparkakor in Schweden isst
An den vier Adventssonntagen trinken viele Schweden Glögg und essen Pepparkakor dazu, schreibt sweden.se, das Portal des Schwedischen Instituts. Das passende Rezept steht im Artikel über Glögg. Zu Lucia am 13. Dezember gehören laut sweden.se Pepparkakor und Safranbrötchen, die Lussekatter. Im Luciazug laufen laut Visit Sweden auch pepparkaksgubbar mit, als Pfefferkuchenmännchen Verkleidete.
Köket.se zählt dazu noch Kaffee, Milch und Julmust auf. Zur Fika im Dezember passen sie also genauso.
Aufbewahren: Teig und fertige Kekse
Gebackene Pepparkakor halten laut ICA trocken und kühl in einer Dose einige Monate. Wichtig ist, dass sie vorher ganz abgekühlt sind, sonst bildet sich Kondenswasser, und sie werden weich (Köket.se). Dansukker rät von Plastiktüten ab, aus demselben Grund. Sind sie doch weich geworden, empfiehlt Annas, sie kurz bei etwa 100 Grad in den Ofen zu legen.
Den rohen Teig kannst du vorbereiten. Im Kühlschrank hält er nach ICA, Kungsörnen und Dansukker gut eine Woche, laut Arla bis zu zwei Wochen. Eingefroren sind es nach Arla zwei bis drei Monate.
Pepparkakor kaufen, in Schweden und in Deutschland
Fertige Pepparkakor kommen in Schweden vor allem von drei Bäckereien. Annas begann 1929 als Hausbäckerei zweier Schwestern in Stockholm, gehört seit 2008 zum belgischen Familienunternehmen Lotus Bakeries und verkauft im Ausland unter dem Namen „Swedish Thins“. Nyåkers aus Västerbotten backt nach eigener Angabe nach einem Rezept von 1952. Gille aus Skåne ist bekannt für Pfefferkuchenherzen, die nach Angabe des Herstellers zu den meistgekauften in Schweden gehören.
In Deutschland führt IKEA Pfefferkuchen mit Mandeln, 170 Gramm für 1,49 Euro (Stand September 2026).
Backst du Pepparkakor selbst, oder kaufst du sie wie ich fertig? Schreib in die Kommentare, welche Gewürze bei dir nicht fehlen dürfen.
Beitragsbild: Pepparkakor auf einem Weihnachtsteller in Schweden, Foto: Johan Jönsson (Julle), CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
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