Stand: September 2026
Frohe Weihnachten heißt auf Schwedisch God jul. Zwei kurze Wörter, und die Antwort ist genauso einfach: Tack detsamma, danke, gleichfalls. Schwieriger wird es danach. Zwischen Weihnachten und Neujahr wünscht man sich in Schweden etwas anderes als vorher, vor allem „God fortsättning“.
Meinen Nachbarn in Schweden habe ich früher zu Weihnachten Karten geschickt, heute rufe ich sie an. Für beides braucht man dieselben Formeln. Hier stehen die Grüße mit ihrer Zeit im Kalender, die Aussprache, fertige Sätze für Karte und Nachricht und 30 Wörter rund um Advent und Weihnachten. Die Angaben stützen sich vor allem auf die Wörterbücher der Schwedischen Akademie und auf Isof, das schwedische Institut für Sprache und Volksüberlieferung.
Das Wichtigste in Kürze
- Frohe Weihnachten heißt auf Schwedisch „God jul“. Die Antwort ist „Tack detsamma“, danke, gleichfalls.
- Nach Weihnachten wünscht man sich bis Anfang Januar „God fortsättning“, vor Silvester „Gott slut“ und zum Jahreswechsel „Gott nytt år“.
- „Glad jul“ ist nicht falsch, aber selten geworden. Die Grüße schreibt man laut Isof klein, auf Karten sind große Anfangsbuchstaben aber nicht ungewöhnlich.
- Das d in „god“ darf man weglassen, das j in „jul“ spricht man wie im deutschen „ja“.
- Weihnachtskarten verschicken die Schweden immer seltener: 2023 waren es laut PostNord 12,3 Millionen, in den 1990ern über 60 Millionen im Jahr.
Inhalt: 7 Abschnitte
Frohe Weihnachten auf Schwedisch: die Grüße von Dezember bis Januar
| Gruß | Wörtlich | Wann |
|---|---|---|
| God jul! | Gute Weihnachten | im Dezember bis zu den Feiertagen |
| God jul och gott nytt år! | Gute Weihnachten und gutes neues Jahr | auf Karten und vor Weihnachten |
| Tack detsamma! | Danke, gleichfalls | als Antwort auf jeden dieser Grüße |
| God fortsättning! | Gute Fortsetzung | nach Weihnachten bis Anfang Januar |
| Gott slut! | Gutes Ende | zwischen Weihnachten und Silvester |
| Gott nytt år! | Gutes neues Jahr | an Silvester und Neujahr |
| Trevlig helg! / God helg! | Schöne Feiertage | allgemein, auch vor Wochenenden |
| Glad jul! | Frohe Weihnachten | geht, ist aber selten geworden |
Die festen Grüße sind laut Isof so üblich geworden, dass sie wie „goddag“ oder „godkväll“ funktionieren. Man denkt nicht mehr darüber nach, man sagt sie einfach.
God fortsättning: der Gruß nach dem Fest
Diesen Gruß kennt das Deutsche nicht. „God fortsättning“ heißt gute Fortsetzung, und was fortgesetzt werden soll, hängt vom Datum ab. Laut Isof meint er zwischen Weihnachten und Neujahr die Feiertage, im Januar das neue Jahr. Einen festen Schluss gibt es nicht. In schwedischen Blogtexten taucht er nach dem 6. Januar nur noch selten auf, vereinzelt bis zum 13. Januar, wenn in Schweden Weihnachten endet.
Wer am 27. Dezember den Nachbarn trifft, sagt also nicht mehr „God jul“, sondern „God fortsättning!“. Die Antwort bleibt „Tack detsamma!“.
Gott slut: Vorsicht, wenn es allein steht
„Gott slut“ wünscht einen guten Jahresabschluss und ist damit ungefähr unser „Guten Rutsch“. Das Wörterbuch der Schwedischen Akademie gibt ein typisches Beispiel aus einem Geschäft: „vi önskar alla våra kunder ett gott slut och ett riktigt gott nytt år!“. Der finnlandschwedische Sprachpfleger Mikael Reuter merkte in einer Kolumne an, dass „gott slut“ allein für manche Ohren etwas makaber klingt. Mit „på det gamla året“ dahinter oder zusammen mit „gott nytt år“ ist man auf der sicheren Seite.
God jul oder glad jul?
„God jul“ ist heute der Standard. Isof schreibt in seiner Frage-Datenbank, dass es heute meistens so heißt, früher aber „glad jul“ nicht ungewöhnlich war. Auf alten Weihnachtskarten sieht man das noch. Falsch ist „glad jul“ also nicht, nur selten: In den Texten der Göteborgs-Posten aus den Jahren 2001 bis 2013 steht „god jul“ 604 Mal, „glad jul“ 12 Mal.
Das „god“ bedeutet hier gut, nicht fröhlich. Die Nachbarn machen es ähnlich: Norweger sagen ebenfalls „god jul“, Dänen „glædelig jul“ oder „god jul“, Finnen meistens „hyvää joulua“, was wörtlich auch gute Weihnachten heißt. Wer mag, darf laut Isof das Adjektiv auch austauschen, etwa gegen „trevlig“, schön.
So sprichst du God jul und die anderen Grüße aus
Das d in „god“ darf wegfallen. Svensk ordbok nennt beide Aussprachen, mit und ohne d, und beide sind richtig. Das o ist lang und klingt eher nach deutschem u. Hör es dir am besten an: das schwedische Wörterbuch Lexin hat Tondateien für god mit d, god ohne d und jul.
Das j in „jul“ spricht man wie im deutschen „ja“. Das lange u hat im Deutschen keine genaue Entsprechung, es liegt irgendwo zwischen u und ü. „Gott“ in „gott nytt år“ klingt dagegen fast wie das deutsche Wort Gott, mit kurzem o. Bei „fortsättning“ liegt die Betonung auf der ersten Silbe.
Ich spreche Schwedisch und habe oft erlebt, dass Schweden ins Englische wechseln, sobald sie merken, dass man kämpft. Mein Rat: Bleib beim Schwedisch, gerade bei so kurzen Formeln wie „God jul“. Weitere Wörter mit Tonbeispielen findest du im Sprachführer zum Anhören.
God jul auf der Karte: Schreibweise und fertige Sätze
Isof empfiehlt kleine Buchstaben: „god jul och gott nytt år“. Steht der Gruß allein auf einer Karte, finden ihn manche mit großen Anfangsbuchstaben schöner, und das ist nach Isof auch nicht ungewöhnlich. „God Jul och Gott Nytt År“ auf einer Firmenkarte ist also kein Fehler, nur nicht die Grundregel.
Fertige Sätze, wie sie in schwedischen Texten vorkommen:
- Vi önskar er en god jul och ett gott nytt år! Wir wünschen euch frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr.
- Jag vill önska dig en riktigt god jul. Ich möchte dir richtig schöne Weihnachten wünschen.
- Hoppas du får en fortsatt god jul och gott nytt år med familjen. Ich hoffe, du hast weiter schöne Weihnachten und ein gutes neues Jahr mit der Familie.
- God jul önskar Sara. Frohe Weihnachten wünscht Sara. So unterschreibt man laut Isof am einfachsten.
- Tack för i år! Danke für dieses Jahr. Zum Jahresende unter Kollegen oder im Verein, der Satz passt aber auch zum Saisonende.
- God fortsättning önskas våra kunder och leverantörer! Die Firmenvariante für Januar.
Karten schreiben die Schweden immer seltener. Laut PostNord verschickten sie in den 1990er Jahren über 60 Millionen Weihnachtskarten pro Jahr, 2023 waren es noch 12,3 Millionen. Die Leichte-Sprache-Zeitung 8 Sidor schrieb im Dezember 2025 von ungefähr zehn Millionen. Gleichzeitig wollten in einer PostNord-Umfrage 2024 sechs von zehn Schweden ihre Weihnachtsgrüße am liebsten per Post bekommen.
Wer nach Schweden schreibt, sollte früh dran sein. PostNord nannte 2025 für Karten aus Schweden in andere EU-Länder den 11. Dezember als letzten Tag, innerhalb Schwedens mit der günstigeren Weihnachtsmarke julfrimärke den 16. Dezember. Die Termine für 2025 hat PostNord Ende November veröffentlicht, die für 2026 stehen noch aus.
30 schwedische Weihnachtswörter
Die Bedeutungen folgen Svensk ordbok und dem Wörterbuch SAOL der Schwedischen Akademie, die Bräuche Isof und dem Nordiska museet in Stockholm.
Advent und Vorweihnachtszeit
| Wort | Bedeutung |
|---|---|
| advent | Adventszeit, die vier Sonntage vor Heiligabend |
| adventsljusstake | Adventsleuchter, vier Kerzen für die vier Sonntage, elektrisch oft mit sieben Lichtern |
| adventsstjärna | Leuchtstern im Fenster, laut Nordiska museet wie der Leuchter aus Deutschland gekommen |
| julkalender | Adventskalender und die Fernsehserie vom 1. bis 24. Dezember |
| luciatåg | Luciazug am 13. Dezember mit Lucia, Begleiterinnen und Sternknaben, siehe Lucia in Schweden |
| lussekatter | Safranbrötchen zu Lucia, zum Lussekatter-Rezept |
| pepparkakor | Pfefferkuchen mit Zimt und Ingwer, laut Svensk ordbok aber ohne Pfeffer |
| glögg | Glühwein aus Rotwein, Zucker und Gewürzen, auch alkoholfrei, zum Glögg-Rezept |
| julkort | Weihnachtskarte |
Heiligabend und die Feiertage
| Wort | Bedeutung |
|---|---|
| julafton | Heiligabend, der 24. Dezember, in Schweden der wichtigste Tag, mehr im Artikel über Weihnachten in Schweden |
| julbord | Weihnachtsbuffet, mehr dazu im Artikel über das Julbord |
| julskinka | Weihnachtsschinken, gepökelt, gekocht und mit Senf, Ei und Bröseln überbacken |
| dopp i grytan | Brot in die Brühe vom Schinkenkochen tunken, der 23. Dezember heißt deshalb „dan före dopparedan“ |
| julmust | dunkle Weihnachtslimonade mit Malz und Hopfen |
| risgrynsgröt | Milchreisbrei |
| mandeln | die Mandel im Brei: Wer sie findet, heiratet nach dem Volksglauben im nächsten Jahr |
| jultomte | Weihnachtsmann, alter Mann mit weißem Bart und roter Zipfelmütze |
| tomtenisse | kleiner Wichtel |
| julbock | Julbock aus Stroh, früher eine als Bock verkleidete Person, die Geschenke brachte |
| julklapp | Weihnachtsgeschenk |
| julgran | Weihnachtsbaum |
| julsång | Weihnachtslied |
| juldagen | 1. Weihnachtstag, früh am Morgen ist der Frühgottesdienst julotta |
Zwischen den Jahren und danach
| Wort | Bedeutung |
|---|---|
| annandag jul | 2. Weihnachtstag |
| mellandagarna | die Tage zwischen Weihnachten und Neujahr |
| mellandagsrea | Ausverkauf zwischen den Jahren |
| nyårsafton | Silvester |
| trettondedag jul | Heilige Drei Könige, 6. Januar, in Schweden ein Feiertag |
| tjugondag Knut | 13. Januar, 20 Tage nach Heiligabend, an dem Weihnachten endet |
| julgransplundring | Fest, bei dem der Baum abgeschmückt und hinausgeworfen wird, meist Mitte Januar |
Ein Wort davon kennt auch das Deutsche. Den Julklapp, ein kleines Weihnachtsgeschenk, hat das Deutsche laut Isof aus dem Schwedischen übernommen. Es kommt vom Brauch, an Heiligabend an eine Tür zu klopfen, auf Schwedisch „klappa“, und ein scherzhaftes Geschenk hineinzuwerfen.
Woher das Wort jul kommt
„Jul“ geht auf das altschwedische „iul“ und das altnordische „jól“ zurück. Belegt ist das Wort im Schwedischen seit dem Ende des 13. Jahrhunderts. Was es ursprünglich bedeutete, weiß niemand genau. Die Wörterbücher, auch der Duden beim deutschen Wort „Jul“, nennen ein vorchristliches Mittwinterfest. Das Nordiska museet hält diesen Zusammenhang dagegen für zweifelhaft und denkt eher an eine Grundbedeutung wie „Fest“ oder „Einladung“.
Sicher ist nur, was es nicht bedeutet. Mit „hjul“, dem Rad, hat „jul“ nichts zu tun, auch wenn man das früher oft angenommen hat. Das schreiben sowohl Isof als auch das große historische Wörterbuch SAOB.
Weihnachtslieder, die du in Schweden hörst
Beim Tanz um den Weihnachtsbaum singt man laut Isof „Räven raskar över isen“ und danach oft „Nu är det jul igen“. Auch zu „Hej tomtegubbar“ wird um den Baum getanzt.
Beim Luciazug am 13. Dezember kommen „Sankta Lucia“ und „Staffan var en stalledräng“ dazu. Die Staffanslieder gehörten laut Isof lange zum zweiten Weihnachtstag, heute hört man sie meist zu Lucia. Den Luciazug der Schwedischen Gemeinde in Berlin habe ich selbst gesehen. Wann es 2026 in Deutschland Luciakonzerte gibt, steht im Artikel über den schwedischen Weihnachtsmarkt.
Welchen schwedischen Weihnachtsgruß benutzt du am häufigsten? Schreib es in die Kommentare, auch wenn es „Glad jul“ ist.
Beitragsbild: Postkarte „God Jul!“ von Jenny Nyström (1854 bis 1946), Axel Eliassons Konstförlag 1915, Ausschnitt, gemeinfrei, Digitalisat der Norwegischen Nationalbibliothek via Wikimedia Commons
Post aus Südschweden
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