Stand: Oktober 2026
Schweden ist teuer, das hört man oft. Die Lebenshaltungskosten in Schweden verteilen sich aber anders als in Deutschland. Am meisten zahlst du für Miete und Restaurants. Gut kalkulierbar sind Arztbesuche, Medikamente und Kinderbetreuung, weil der Staat dort harte Obergrenzen setzt. Die Zahlen unten stammen aus amtlichen Quellen wie SCB, Konsumentverket und 1177. Umgerechnet habe ich mit dem Referenzkurs der EZB vom 1. Oktober 2026: 1 Euro entspricht rund 11,33 SEK. Der Kurs schwankt, rechne deshalb lieber in Kronen und prüf den Euro-Wert vor großen Entscheidungen neu.
Das Wichtigste in Kürze
- Am meisten zahlst du in Schweden für Miete und Restaurants, gut kalkulierbar sind dagegen Arzt, Medikamente und Kinderbetreuung, weil der Staat dort Obergrenzen setzt.
- Eine 2-Zimmer-Wohnung mit Erstvertrag kostete 2026 im Median 8.376 Kronen in Stockholm und 7.584 Kronen in Göteborg, eine Untermiete ist meist teurer.
- Für Lebensmittel rechnet Konsumentverket 2026 mit rund 2.730 Kronen im Monat für einen Erwachsenen und 8.440 Kronen für eine Familie mit zwei Kindern.
- Beim Arzt zahlst du pro Besuch eine Gebühr, für ambulante Behandlung aber höchstens 1.450 Kronen in 12 Monaten, teuer bleibt dagegen der Zahnarzt.
- Ein Single in Stockholm kommt mit Miete, Essen, Fixkosten und Monatskarte auf rund 15.925 Kronen im Monat, ein Paar in Göteborg auf rund 23.054 Kronen, ohne Restaurant, Urlaub und Auto.
Inhalt: 10 Abschnitte
Miete: der größte Kostenfaktor
Die offizielle Mietstatistik von SCB (Statistiska centralbyrån) zeigt, was Mieter in regulären Mietwohnungen (hyresrätter) 2026 im Mittel zahlen. Es sind Medianwerte, die Hälfte zahlt also mehr, die andere Hälfte weniger. Heizung und Wasser sind in den SCB-Mieten schon enthalten, Haushaltsstrom nicht. Wer lieber kauft als mietet, findet Ablauf und laufende Kosten eines Hauskaufs in einem eigenen Artikel. Alle Schritte vom Umzug bis zum Alltag stehen im Überblick Nach Schweden auswandern.
| Stadt (Median 2026) | 1 Zimmer | 2 Zimmer | 3 Zimmer |
|---|---|---|---|
| Stockholm (Gemeinde) | 6.685 SEK (ca. 590 €) | 8.376 SEK (ca. 739 €) | 10.572 SEK (ca. 933 €) |
| Stockholm, Innenstadt | 7.207 SEK (ca. 636 €) | 9.916 SEK (ca. 875 €) | 12.990 SEK (ca. 1.146 €) |
| Göteborg | 5.871 SEK (ca. 518 €) | 7.584 SEK (ca. 669 €) | 8.758 SEK (ca. 773 €) |
| Malmö | 6.313 SEK (ca. 557 €) | 8.392 SEK (ca. 741 €) | 10.758 SEK (ca. 949 €) |
Quelle: SCB, Hyror i bostadslägenheter 2026, Jahresmiete durch 12 geteilt. Im Landesschnitt stiegen die Mieten von 2025 auf 2026 um 3,3 Prozent. In Schweden zählt die Küche nicht als Zimmer.
Diese Tabelle hat einen Haken. Sie zeigt Erstverträge (förstahandskontrakt), und an die kommst du als Neuankömmling in den großen Städten kaum heran. In Stockholm lag die durchschnittliche Wartezeit für eine normale Mietwohnung über die städtische Bostadsförmedlingen 2025 bei 9,0 Jahren. Viele Zugezogene starten deshalb mit einem Untermietvertrag (andrahandskontrakt), und der ist in der Regel teurer als die Werte oben. Eine belastbare amtliche Zahl dafür gibt es nicht. Plane für die ersten Monate lieber mit einem deutlichen Aufschlag. Was einzelne Viertel kosten, zeigt mein Vergleich der Stockholmer Stadtteile, für den Westen lohnt der Blick in den Guide zu Göteborg. In Malmö ist die Wartezeit deutlich kürzer, und du kannst dich schon aus Deutschland eintragen, mehr dazu unter Wohnung finden in Malmö.
Lebensmittel und Einkaufen
Die Verbraucherbehörde Konsumentverket rechnet jedes Jahr aus, was ein Haushalt für Essen braucht, wenn er alles selbst kocht. Für 2026 kommt sie auf:
- 1 Erwachsener (25 bis 50 Jahre): rund 2.730 SEK im Monat (ca. 241 €)
- 2 Erwachsene und 2 Kinder (4 bis 10 Jahre): rund 8.440 SEK im Monat (ca. 745 €)
Wer werktags mittags auswärts isst, braucht laut Konsumentverket rund 2.120 SEK für den Einkauf, zahlt die Differenz aber im Restaurant.
Günstig kaufst du bei Willys und Lidl ein, ICA und Coop liegen je nach Laden darüber. Alkohol über 3,5 Prozent kaufst du im Laden nur beim staatlichen Systembolaget, Bier im Supermarkt hat höchstens 3,5 Prozent. Eine Ausnahme gibt es seit Juni 2025: Kleine Hersteller dürfen direkt ab Hof verkaufen, wenn du vorher an einem bezahlten Besuch wie einer Führung teilgenommen hast. Bezahlt wird fast überall mit Karte oder Swish. Laut Riksbank zahlten 2025 nur noch 5 Prozent beim letzten Einkauf im Laden bar. Seit dem 1. Juli 2026 müssen Lebensmittelgeschäfte und Apotheken mit besetzter Kasse Bargeld aber in der Regel annehmen. Wie du an der Kasse zurechtkommst, erklärt der Artikel Bezahlen in Schweden.
Laufende Haushaltskosten
Neben Miete und Essen kommen feste Posten dazu. Konsumentverket rechnet für 2026 in einer Mietwohnung mit diesen Monatsbeträgen:
| Posten (Stand 2026) | 1 Person | 2 Personen |
|---|---|---|
| Internet und Handy | 1.000 SEK | 1.230 SEK |
| Streaming, Zeitung | 640 SEK | 690 SEK |
| Haushaltsstrom | 400 SEK | 530 SEK |
| Wasser und Abwasser | 220 SEK | 440 SEK |
| Hausratversicherung (hemförsäkring) | 150 SEK | 170 SEK |
| Verbrauchsgüter, Einrichtung | 1.120 SEK | 1.330 SEK |
| Summe | 3.530 SEK | 4.390 SEK |
Pro Erwachsenem kommen laut Konsumentverket noch rund 2.140 SEK für Kleidung, Hygiene, Freizeit und Handy dazu.
Die Hausratversicherung ist in Schweden üblich. In der Rechnung von Konsumentverket enthält sie auch Haftpflicht, Rechtsschutz und Reiseschutz. Beim Strom lohnt der Blick auf den Vertrag. In unserem Ferienhaus merke ich die schwankenden Strompreise deutlich, deshalb würde ich Verträge vergleichen, etwa auf Elpriskollen der Energiemarktbehörde, statt den erstbesten Anbieter zu nehmen. Was Monats-, Fest- und Stundenpreis ausmachen, zeigt dir der Strompreis-Rechner.
Restaurants und Ausgehen
Essen gehen ist spürbar teurer als in Deutschland, Bier in der Bar ebenso. Nach dem Preisvergleich von Eurostat lag das Preisniveau für Restaurants und Hotels 2025 in Schweden rund 14 Prozent über dem deutschen. Am günstigsten isst du mittags: Viele Restaurants bieten werktags ein Tagesgericht (dagens lunch) an, oft mit Salat, Brot und Kaffee, und das ist meist günstiger als das Abendessen im selben Lokal. Restaurantbesuche führst du im Budget am besten als eigenen Posten, in den Beispielrechnungen unten sind sie nicht enthalten.
Nahverkehr und Auto
- Stockholm (SL): 30-Tage-Karte 1.060 SEK (ca. 94 €), bei Kauf und Aktivierung bis 2. Dezember 2026 zum halben Preis für 530 SEK.
- Göteborg (Västtrafik): 30-Tage-Karte Zone A 890 SEK (ca. 79 €), beim Kauf bis 2. Dezember 2026 zum halben Preis für 445 SEK. Wer in Göteborg gemeldet ist, bekommt in der App Västtrafik To Go zusätzlich einen Zuschuss der Stadt.
In den Großstädten brauchst du kein Auto. Wer eins hat, zahlt Kfz-Steuer, Versicherung und in Stockholm und Göteborg eine City-Maut. Was beim eigenen Wagen gilt, steht in meinem Artikel über Auto und Führerschein in Schweden.
Gesundheit: gedeckelte Kosten
Das schwedische Gesundheitssystem ist über Steuern finanziert. Du zahlst pro Besuch eine Gebühr, die jede Region selbst festlegt, dazu gelten Obergrenzen (Stand 2026):
- Arzt in der vårdcentral: zum Beispiel 200 SEK in Skåne und Västra Götaland, 275 SEK in Stockholm
- Notaufnahme im Krankenhaus: meist 400 SEK
- Arztbesuche und ambulante Behandlung: höchstens 1.450 SEK in 12 Monaten (Hochkostenschutz, eine Region darf weniger festlegen)
- Rezeptpflichtige Medikamente: höchstens 3.800 SEK in 12 Monaten (Hochkostenschutz für Arzneimittel)
- Krankenhausaufenthalt: höchstens 130 SEK pro Tag
Teuer bleibt der Zahnarzt. Ab dem Jahr, in dem du 20 wirst, zahlst du selbst, der Staat gibt 300 bis 600 SEK Zuschuss im Jahr und übernimmt erst bei hohen Rechnungen einen Teil.
Kinderbetreuung: sehr günstig
Für einen Kitaplatz (förskola) zahlst du seit Juli 2026 laut Skolverket für das erste Kind höchstens 1.547 SEK im Monat (ca. 137 €), fürs zweite höchstens 1.031 SEK, fürs dritte 516 SEK, ab dem vierten nichts. Ab drei Jahren sind 15 Wochenstunden kostenlos. Details stehen im Artikel Mit Kindern nach Schweden.
Monatliches Budget: zwei Beispielrechnungen
Beide Rechnungen nutzen die SCB-Mediane für Erstverträge und die Werte von Konsumentverket. Mit Untermiete wird es teurer.

Single in Stockholm
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Miete (1 Zimmer, Median) | 6.685 SEK |
| Lebensmittel | 2.730 SEK |
| Kleidung, Hygiene, Freizeit, Handy | 2.140 SEK |
| Haushaltskosten ohne Wasser (Internet, Strom, Versicherung usw.) | 3.310 SEK |
| SL-Karte (Normalpreis) | 1.060 SEK |
| Summe | 15.925 SEK (ca. 1.405 €) |
Paar in Göteborg
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Miete (2 Zimmer, Median) | 7.584 SEK |
| Lebensmittel | 5.460 SEK |
| Kleidung, Hygiene, Freizeit, Handy | 4.280 SEK |
| Haushaltskosten ohne Wasser | 3.950 SEK |
| 2 Västtrafik-Karten Zone A (Normalpreis) | 1.780 SEK |
| Summe | 23.054 SEK (ca. 2.035 €) |
Restaurantbesuche, Urlaub, Auto und Rücklagen sind nicht enthalten. Wie viel dir von einem schwedischen Gehalt nach Steuern bleibt, rechnest du mit dem Gehaltsrechner für Schweden nach.
Schweden und Deutschland im Vergleich
| Posten | Schweden | Deutschland |
|---|---|---|
| Miete | Erstvertrag bezahlbar, aber lange Warteliste, Untermiete teuer | leichter zu finden |
| Lebensmittel | etwas teurer | günstiger |
| Restaurants | deutlich teurer | günstiger |
| Nahverkehr | Monatskarte je nach Stadt 890 bis 1.060 SEK | Deutschlandticket |
| Arzt und Medikamente | Gebühren, aber harte Jahresobergrenzen | über die Krankenkasse abgedeckt |
| Zahnarzt | teuer, nur kleiner Zuschuss | großteils über die Krankenkasse |
| Kinderbetreuung | gedeckelt bei 1.547 SEK für das erste Kind | je nach Bundesland und Gemeinde |
Teuer, aber mit Gegenwert
Schweden ist vor allem bei Miete, Restaurants und Zahnarzt teuer. Die Lebensmittel finde ich größtenteils besser als in Deutschland, die Preise haben es aber in sich. Dafür sind Kinderbetreuung, Schule und Arztkosten gedeckelt. Den Unterschied macht fast immer die Wohnung.
Welcher Posten war bei dir in Schweden teurer als gedacht, und wo sparst du inzwischen am meisten?
Beitragsbild: ICA Kvantum in Värnamo, Foto von Jonathan Petersson auf Unsplash
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