Auto und Führerschein in Schweden: ummelden und Winterreifen

Stand: Oktober 2026 · Zuständig: Transportstyrelsen. Verbindlich sind immer deren Angaben.

Wer nach Schweden auswandert und ein Auto besitzt, hat zwei sehr unterschiedliche Baustellen. Der deutsche Führerschein in Schweden ist das kleinere Problem: Er gilt weiter, auch nach der Anmeldung, solange er in Deutschland gültig ist. Das Auto dagegen setzt dich unter Zeitdruck. Mit deutschem Kennzeichen darfst du es nach der Einfuhr nur sieben Tage fahren, danach brauchst du eine schwedische Zulassung. Dazu kommen Winterreifen mit einer bestimmten Kennzeichnung und eine Promillegrenze, die niedriger ist als in Deutschland.

Die Fristen und Grenzwerte aus diesem Artikel auf einen Blick:

Was Frist oder Grenze
Deutschen Führerschein mit Ausstellungsjahr 2002 bis 2004 umtauschen bis 19. Januar 2027, alle vor dem 19. Januar 2013 ausgestellten spätestens bis 19. Januar 2033
Eingeführtes Auto mit deutschem Kennzeichen fahren höchstens 7 Tage ab Einfuhrtag
Vorläufige Zulassung (tillfällig registrering) 3 Monate, nicht verlängerbar
Ursprungskontrolle nach der Zusage 5 Jahre gültig
Erste Besiktning (Pkw bis 3,5 Tonnen) spätestens 36 Monate nach der Erstzulassung
Zweite Besiktning spätestens 24 Monate danach
Jede weitere Besiktning alle 14 Monate
Winterreifen Pflicht vom 1.12. bis 31.3. bei Winterwetter
Spikereifen erlaubt vom 1.10. bis 15.4., bei Winterwetter auch davor und danach
Promillegrenze 0,2 Promille, ab 1,0 Promille schwere Trunkenheitsfahrt

Das Wichtigste in Kürze

  • Dein deutscher Führerschein gilt in Schweden weiter, auch nach der Anmeldung, solange er in Deutschland gültig ist. Vor dem 19. Januar 2013 ausgestellte Führerscheine müssen aber gestaffelt umgetauscht werden: Für Karten von 1999 bis 2001 und für Papierführerscheine von Inhabern ab Jahrgang 1953 ist die Frist schon abgelaufen, Karten aus den Jahren 2002 bis 2004 müssen bis zum 19. Januar 2027 umgetauscht sein. Wer vor 1953 geboren ist, hat für jeden alten Führerschein bis zum 19. Januar 2033 Zeit.
  • Ein Auto, das du zum Anmelden nach Schweden einführst, darfst du nur sieben Tage mit deutschem Kennzeichen fahren, danach brauchst du eine vorläufige Zulassung, die drei Monate gilt.
  • Für die Ummeldung beantragst du zuerst die Ursprungskontrolle bei Transportstyrelsen und buchst dann die Zulassungsprüfung, nach der das Auto ein schwedisches Kennzeichen bekommt.
  • Vom 1. Dezember bis 31. März sind bei Winterwetter Winterreifen mit Alpine-Symbol und mindestens 3 Millimetern Profil Pflicht, reine M+S-Reifen reichen bei Pkw nicht.
  • Am Steuer gilt eine Grenze von 0,2 Promille, und ohne Licht darfst du nie fahren, in der Dämmerung, im Dunkeln und bei schlechtem Wetter muss das Abblendlicht an.
Inhalt: 8 Abschnitte
  1. Gilt der deutsche Führerschein in Schweden?
  2. Dein deutsches Auto in Schweden ummelden
  3. Besiktning: die schwedische Hauptuntersuchung
  4. Kfz-Versicherung und laufende Kosten
  5. Winterreifen in Schweden: wann sie Pflicht sind
  6. Schwedische Verkehrsregeln: was anders ist
  7. Öffentlicher Nahverkehr als Alternative
  8. Checkliste: Auto und Führerschein in Schweden

Gilt der deutsche Führerschein in Schweden?

Ja. Laut Transportstyrelsen gilt ein Führerschein aus einem EU- oder EWR-Land in Schweden, solange er im Ausstellungsland gültig ist und nicht gegen einen schwedischen umgetauscht wurde. Das gilt auch, wenn du in Schweden folkbokförd bist. Umschreiben musst du ihn also nicht, solange er gültig bleibt. Alle Schritte vom Umzug bis zum Alltag stehen im Überblick Nach Schweden auswandern.

Wann du den Führerschein umtauschen musst

Freiwillig umtauschen kannst du, sobald du dauerhaft in Schweden wohnst. Nötig wird es in zwei Fällen: wenn deine Karte abläuft oder wenn für deinen älteren Führerschein die deutsche Umtauschfrist endet. Wer in Schweden lebt, erneuert den Führerschein in der Regel dort und nicht mehr in Deutschland.

Achtung bei älteren deutschen Führerscheinen: Jeder Führerschein, der vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, muss nach deutschem Recht gegen eine neue Karte umgetauscht werden, gestaffelt nach Stichtagen (§ 24a mit Anlage 8e der Fahrerlaubnis-Verordnung). Bei Kartenführerscheinen zählt das Ausstellungsjahr, es steht auf der Vorderseite in Feld 4a. Bei Papierführerscheinen, die bis Ende 1998 ausgestellt wurden, zählt das Geburtsjahr.

Dein Führerschein Umtausch bis
Papierführerschein, Inhaber 1953 oder später geboren Frist abgelaufen, die letzte endete am 19. Januar 2025
Karte, ausgestellt 1999 bis 2001 Frist abgelaufen am 19. Januar 2026
Karte, ausgestellt 2002 bis 2004 19. Januar 2027
Karte, ausgestellt 2005 bis 2007 19. Januar 2028
Karte, ausgestellt 2008, 2009, 2010 oder 2011 19. Januar 2029, 2030, 2031 oder 2032
Karte, ausgestellt 2012 bis 18. Januar 2013 19. Januar 2033
Inhaber vor 1953 geboren, egal welcher Führerschein 19. Januar 2033

Nach Ablauf der Frist ist der alte Führerschein ungültig. Die Fahrerlaubnis selbst bleibt bestehen, es geht nur um das Dokument. Für Schweden ist das entscheidend: Laut Transportstyrelsen gilt ein Führerschein aus der EU dort nur, solange er im Ausstellungsland gültig ist, und umtauschen lässt sich auch nur ein gültiger Führerschein. Wohnst du in Schweden, ist für den Umtausch laut Bundesverkehrsministerium die Behörde an deinem Wohnort zuständig, also Transportstyrelsen. Stell den Antrag deshalb vor dem Stichtag. Ist deine Frist schon abgelaufen, frag bei Transportstyrelsen nach, bevor du in Schweden fährst (Quellen: FeV Anlage 8e, bmv.de, transportstyrelsen.se).

So läuft der Umtausch laut Transportstyrelsen:

  1. Formular „Ansökan om utbyte av utländskt körkort“ bestellen und ausfüllen.
  2. Antrag mit dem deutschen Führerschein im Original an Transportstyrelsen, 701 97 Örebro, schicken.
  3. Nach der Zusage die Herstellungsgebühr bezahlen und bei einem Förarprovskontor von Trafikverket Foto und Unterschrift abgeben.
  4. Den neuen Führerschein persönlich bei einer Postfiliale abholen.

Solange der Antrag läuft, hast du keinen Führerschein in der Hand. Ob du in dieser Zeit fahren darfst, entscheidet laut Transportstyrelsen die Polizei. Willst du trotzdem fahren, empfiehlt die Behörde, eine Kopie des deutschen Führerscheins und einen gültigen Ausweis dabeizuhaben. Plane den Umtausch trotzdem nicht direkt vor einer langen Autofahrt. Voraussetzung für den Umtausch ist, dass du dauerhaft in Schweden wohnst, in der Praxis also angemeldet und mit Personnummer.

Dein deutsches Auto in Schweden ummelden

Wenn du dein deutsches Auto mit nach Schweden nimmst, gilt eine knappe Frist.

Die Sieben-Tage-Regel

Ein Fahrzeug, das du nach Schweden einführst, um es dort zu registrieren, darfst du laut Transportstyrelsen höchstens sieben Tage ab dem Einfuhrtag mit deutschem Kennzeichen und deutscher Versicherung fahren. Den deutschen Fahrzeugschein musst du dabeihaben.

Danach brauchst du eine vorläufige Zulassung (tillfällig registrering). Sie gilt drei Monate und lässt sich nicht verlängern. Beantragen können sie nur Personen, die dauerhaft in Schweden wohnen, und du brauchst dafür eine spezielle schwedische Versicherungsbestätigung. Bearbeitet wird der Antrag erst, wenn die Ursprungskontrolle genehmigt ist. Stell ihn deshalb am besten gleich zusammen mit ihr.

Ohne vorläufige Zulassung darfst du nach Tag sieben nur noch auf dem kürzesten Weg zur Zulassungsprüfung und zurück fahren, und auch das nur mit der schriftlichen Terminbestätigung des Prüfunternehmens (bevis om avtalad tid) und einer gültigen Kfz-Haftpflichtversicherung (trafikförsäkring). Ohne beides darf das Auto nur auf einem Anhänger transportiert werden. Ob du für den Antrag schon im Melderegister stehen musst, sagt Transportstyrelsen auf seiner Seite nicht eindeutig. Frag vor dem Umzug nach. Ist deine Anmeldung noch nicht durch, nimm das Auto im Zweifel erst später mit, denn die sieben Tage laufen ab dem Tag, an dem es nach Schweden kommt (Quelle: transportstyrelsen.se). Deinen persönlichen Fahrplan mit allen Fristen rund um den Umzug rechnet dir der Umzugsplaner Schweden aus.

Wichtig für Urlauber und Ferienhausbesitzer: Die Frist betrifft Autos, die du nach Schweden einführst, um sie dort anzumelden. Wer mit Wohnsitz in Deutschland nur zu Besuch kommt, führt sein Auto nicht ein.

Die Ummeldung in fünf Schritten

  1. Ursprungskontrolle (ursprungskontroll): Sobald das Auto in Schweden ist, beantragst du bei Transportstyrelsen die Herkunftsprüfung, online oder per Formular. Die Gebühr zahlst du vorab. Nach der Zusage ist die Prüfung fünf Jahre gültig.
  2. Zulassungsprüfung (registreringsbesiktning): Mit der Aktennummer buchst du einen Termin bei einem Prüfunternehmen. Dort wird das Auto technisch identifiziert und auf schwedische Anforderungen geprüft. Bring alle Papiere mit, die du hast.
  3. Kennzeichen: Nach bestandener Prüfung trägt das Prüfunternehmen das Auto ins Register ein, es bekommt ein schwedisches Kennzeichen. Wunschkennzeichen gibt es in diesem Schritt nicht.
  4. Hauptuntersuchung (kontrollbesiktning): Falls fällig, direkt im Anschluss. Eine gültige deutsche HU kann angerechnet werden.
  5. In Betrieb nehmen (ställa på): Mit Zulassungsbescheinigung, Kennzeichen und schwedischer Haftpflichtversicherung meldest du das Auto an.

Für die meisten Autos aus einem EU-Land braucht es bei der Prüfung keine Ausnahmeregel. Für ältere oder umgebaute Fahrzeuge gibt es die Kategorie flyttsak (Umzugsgut): Wer mindestens ein Jahr im Ausland gewohnt und das Auto mindestens ein Jahr besessen und genutzt hat, bekommt eine mildere technische Bewertung. Frag im Zweifel vorher beim Prüfunternehmen nach.

Besiktning: die schwedische Hauptuntersuchung

Die besiktning entspricht dem deutschen TÜV. Pkw bis 3,5 Tonnen müssen laut Transportstyrelsen spätestens 36 Monate nach der Erstzulassung zum ersten Mal hin, dann nach spätestens 24 Monaten und danach alle 14 Monate. Durchgeführt wird sie von privaten Unternehmen wie Bilprovningen, Opus, Carspect oder DEKRA. Die Preise unterscheiden sich, Vergleichen lohnt sich.

Kfz-Versicherung und laufende Kosten

Pflicht ist in Schweden die Haftpflicht (trafikförsäkring). Darüber gibt es halvförsäkring (ungefähr Teilkasko) und helförsäkring (ungefähr Vollkasko). Große Versicherer sind zum Beispiel If, Folksam, Trygg-Hansa und Länsförsäkringar. Frag vor dem Abschluss, ob der Versicherer deinen deutschen Schadenverlauf berücksichtigt. Eine Bescheinigung deines deutschen Versicherers darüber solltest du auf jeden Fall mitbringen.

Dazu kommt die jährliche Kfz-Steuer (fordonsskatt), die Transportstyrelsen erhebt. In Stockholm und Göteborg zahlst du zusätzlich eine City-Maut (trängselskatt). Kameras erfassen das Kennzeichen, schwedische wie ausländische Fahrzeuge bekommen die Rechnung per Post.

Winterreifen in Schweden: wann sie Pflicht sind

Vom 1. Dezember bis 31. März müssen Pkw laut Transportstyrelsen Winterreifen haben, wenn vinterväglag herrscht, also winterliche Straßenverhältnisse. Dazu zählen Schnee, Eis, Schneematsch oder Reif auf irgendeinem Teil der Fahrbahn. Ob das zutrifft, entscheidet im Zweifel die Polizei vor Ort. Liegt im Januar kein Schnee und die Straße ist trocken, gilt die Pflicht an diesem Tag nicht.

Drei Details, die viele aus Deutschland nicht kennen:

  • Kennzeichnung: Reifen ohne Spikes müssen das Alpine-Symbol tragen (Bergpiktogramm mit Schneeflocke, „3PMSF“). Reine M+S-Reifen reichen bei Pkw nicht.
  • Profiltiefe: Im Winterzeitraum sind mindestens 3 Millimeter vorgeschrieben.
  • Spikereifen: Erlaubt vom 1. Oktober bis 15. April, bei Winterwetter auch davor und danach. Du darfst sie nicht mit spikelosen Reifen mischen. Auf einzelnen Straßen, etwa in der Stockholmer Innenstadt, sind Spikes verboten.

Meine Erfahrung aus Südschweden: Die Hauptstrecken sind im Winter geräumt, viele kleinere Wege aber mit festgefahrenem Schnee und Eis bedeckt. Gute Winterreifen sind für mich deshalb keine Frage der Vorschrift, sondern der Sicherheit. Wie sich die dunkle Jahreszeit sonst anfühlt, steht im Artikel über den schwedischen Winter.

Schwedische Verkehrsregeln: was anders ist

Für die Urlaubsfahrt gibt es einen eigenen Artikel zum Autofahren in Schweden mit Tempolimit, Tanken und Parken. Die wichtigsten Regeln kurz:

Licht: Ohne Licht fahren ist nie erlaubt. Tagfahrlicht reicht nur bei guter Sicht am Tag, in der Dämmerung, im Dunkeln und bei schlechtem Wetter muss Abblendlicht an.

Promillegrenze: Ab 0,2 Promille im Blut ist Fahren in Schweden strafbar, ab 1,0 Promille gilt es als schwere Trunkenheitsfahrt (grovt rattfylleri). Laut Transportstyrelsen drohen Geldstrafe, Gefängnis und der Entzug des Führerscheins. In der Praxis heißt das: kein Alkohol vor der Fahrt.

Tempokameras: An vielen Landstraßen stehen fest installierte Blitzer (trafiksäkerhetskameror, umgangssprachlich fartkameror), die mit Schildern angekündigt werden. Nach meiner Erfahrung ist ein deutsches Kennzeichen in Schweden kein Problem. Halte dich aber an das Tempolimit, die Strafen sind höher als in Deutschland.

Elche und Wild: In der Dämmerung und nachts steigt das Risiko für Wildunfälle stark. Ich nehme deshalb nach Schweden meist eine Fähre am Morgen, damit ich vor der Dunkelheit am Ferienhaus bin. Im Winter kommt der längere Bremsweg auf Schnee dazu. Mehr zu den Tieren und wo du sie triffst, steht im Artikel über Elche in Schweden.

Seit 1967 fährt Schweden rechts, wie Deutschland. Umgewöhnen musst du dich dabei nicht.

Öffentlicher Nahverkehr als Alternative

In Stockholm und Göteborg kommen viele Zugezogene ohne Auto aus. Auf dem Land ist ein Auto dagegen fast unverzichtbar.

  • Stockholm (SL): Die 30-Tage-Karte kostet 1.060 SEK. Wer sie bis zum 2. Dezember 2026 kauft und aktiviert, zahlt den halben Preis von 530 SEK. Eine verbilligte Karte in der SL-App, die bis dahin nicht aktiviert ist, verfällt.
  • Göteborg (Västtrafik): Eine 30-Tage-Karte für Zone A kostet 890 SEK. Wer sie bis zum 2. Dezember 2026 kauft, zahlt den halben Preis von 445 SEK. Eine Verlängerung bis zum 29. Dezember hat das Regionalparlament von Västra Götaland am 6. Oktober nicht beschlossen, sondern zur weiteren Prüfung zurückgegeben (Stand 7. Oktober 2026).

Wie gut die einzelnen Viertel angebunden sind, steht in meinem Artikel über die Stockholmer Stadtteile.

Checkliste: Auto und Führerschein in Schweden

  • Deutschen Führerschein prüfen: Ausstellungsdatum in Feld 4a, Umtauschfrist (Karten von 2002 bis 2004 bis 19. Januar 2027) und Ablaufdatum notieren
  • Vor der Einfuhr: schwedische Versicherung für die vorläufige Zulassung klären
  • Nach der Einfuhr: Ursprungskontrolle beantragen
  • Innerhalb von sieben Tagen vorläufige Zulassung haben oder das Auto stehen lassen
  • Zulassungsprüfung buchen, danach Auto in Betrieb nehmen
  • Winterreifen mit Alpine-Symbol, Pflicht vom 1. Dezember bis 31. März bei Winterwetter
  • Promillegrenze 0,2 und Lichtpflicht beachten

Schreib in die Kommentare, woran es bei der Ummeldung deines Autos in Schweden am längsten hing: an der Besiktning, der Versicherung oder den Papieren?

Beitragsbild: Elchwarnschild mit dem Zusatzschild „Viltstängsel upphör“ (Wildzaun endet), Foto von Serge Taeymans auf Unsplash

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